|
"Oh", sprach Meister Abraham, "ich weiß es ja, das Wildeste, Schauerlichste, ist dir eben recht, und doch habe ich das
vergessen, was dich ganz und gar den unheimlichen Mächten der Geisterwelt preisgegeben hätte. Ich hatte die Wetterharfe,
die, wie du weißt, sich über das große Bassin hinzieht, anspannen lassen, auf der der Sturm als ein tüchtiger Harmoniker gar
wacker spielte. In dem Geheul, in dem Gebraus des Orkans, in dem Krachen des Donners, erklangen furchtbar die Akkorde
der Riesenorgel. Schneller und schneller schlugen die gewaltigen Töne los, und man mochte wohl ein Furienballett vernehmen,
dessen Stil ungemein groß zu nennen, wie man es beinahe zwischen den leinewandnen Wänden des Theaters nicht zu hören
bekommt! - Nun! - in einer halben Stunde war alles vorüber. Der Mond trat hinter den Wolken hervor. Der Nachtwind
säuselte tröstend durch den erschrockenen Wald, und trocknete die Tränen weg von den dunklen Büschen. Dazwischen
ertönte noch dann und wann die Wetterharfe, wie dumpfes, fernes Glockengeläute. - Mir war wunderbarlich zumute. Du,
mein Johannes, erfülltest mein Inneres so ganz und gar, daß ich glaubte, du würdest gleich vor mir aufsteigen aus dem
Grabhügel verlorner Hoffnungen, unerfüllter Träume, und an meine Brust sinken.
|